Steckt schon jemand im selben Schlamassel wie ich? Ich lese gerne. Ich lese viel. Ich lese rasend schnell. Mich gelüstet nach Buchfutter. Und es gibt eine sooooooo große Auswahl von sooooooo leckerem Buchfutter!!! Jüngst musste ich nun ein Machtwort sprechen und ein Maximum pro Monat festlegen, um nicht irgendwann den Überblick zu verlieren. Nicht über die Bücher, sondern über mein Konto.

Seit ungefähr 3 Wochen bin ich nämlich Besitzerin eines eBook-Readers und befinde mich bereits in der Lage, mich durch Selbstgeißelungsmaßnahmen und Bestechungsversuche davon abhalten zu müssen, mein Konto durch etwaige Buchkäufe zum Weinen zu bringen. Habe ich früher ein Buch bestellt und mit erregter, teils nervenaufreibender Vorfreude, jeden Tag in den Briefkasten gespickt, so drücke ich heute das Knöpfchen „kaufen“ und ich habe mein Buch. Nicht später. Nicht morgen. Nicht übermorgen. Jetzt. Sofort. In diesem Augenblick.

Natürlich hat der eBook-Reader unumstritten einige Vorteile dem Buch gegenüber: Er ist eine hervorragende Lösung und Erfindung für Platzprobleme jeder Art, für Ein-Hand-Bevorzuger, für ungeduldige Homo sapiens, für Unterwegs-/Reise-Leser und für Schreiberlinge, die ihr in Arbeit befindliches Werk nicht andauernd am PC lesen wollen. Trotz dieser Vorteile sollte man dem guten alten treuen Buch nicht die kalte Schulter zeigen. Es ist zwar nicht unbedingt so leicht und handlich wie der Reader, dafür aber mit dem unvergleichlichen Duft und Charme von Papier, frischer Farbe und Magie gespickt, die ein digitales Gerät einfach nicht bieten kann. Außerdem muss man bei (manchen) Readern auf das wunderschöne farbige Buchcover verzichten, das doch wirklich ein Geschenk für die Augen und den kreativ-ästhetischen Geist ist. Ebenso ein Punkt für das Buch: Wer auf ein schönes Layout und Illustrationen steht, der findet beides gedruckt auf Papier und nicht auf der Oberfläche seines Readers.

Ist das eBook in Wahrheit vielleicht eine Geheimwaffe des FBI? Entwickelt, um die Selbstkontrolle und Selbstdisziplin der Bücherwurmbevölkerung zu trainieren und zu stählern? Oder wurde seine Erfindung von der Schlange (einem Ur-ur-ur-(…)-Enkel der Schlange aus dem Paradies) inspiriert, die uns dazu verleiten möchte in den verbotenen Apfel zu beißen? Wieder und wieder und wieder?

Nun, ich möchte niemandem eine Schuld zusprechen. Letztendlich bin schließlich immer noch ich derjenige, der auf das „Kaufen“ Knöpfchen drückt oder nicht. Aber mir scheint, es könnte in nicht allzu ferner Zukunft einen neuen Selbsthilfegruppen-Trend oder Ratgeber-Boom geben: „Wie gehe ich vernünftig mit einem eBook-Reader um?“

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