Kuss der Sünde - Lara Wegner

Autor: Lara Wegner
Erscheinungsdatum: 01.01.2013
Seitenanzahl: 240 Seiten
Verlag: Sieben Verlag
Taschenbuch (ISBN: 978-3864431227): 14,90 €
E-Book: 8,99 €

KLAPPENTEXT

Sie war und blieb eine Diebin. Niemand würde dafür eine Unze mehr Verständnis aufbringen, wenn sie es auf eine Gabe schob und von Feen im geheimnisvollen Wald von Brocéliande zu sprechen begann. Viviane Pompinelle hadert seit sie denken kann mit ihrem Hang zum Diebstahl, zumal ihre Familie bei Hof hoch angesehen ist. Als sich daher eine skandalöse Affäre um ein gestohlenes Halsband anbahnt, sieht sie endlich eine Chance, ihr fragwürdiges Talent zum Nutzen der Königin einzubringen. Leider kommt ihr der Fälscher und Lebemann Olivier Favre in die Quere. Ein Mann, dem sie ebenso wenig widerstehen kann wie er ihr. Doch ein Gespinst aus Lügen und Verrat lässt Viviane an seiner Liebe zweifeln. Es scheint, als habe Olivier sie nur benutzt, um sich an ihrer Familie zu rächen.

© Sieben Verlag

 

Sinnlich, Intrigant und Phantastisch

Kuss der Sünde hat mich vollauf begeistert und mir herrliche Lesezeit beschert. Das Buch ist für mich wie eine Wundertüte, die alles zu bieten hat, was man sich von einem Roman wünscht: Romantik, Phantastik, Humor, Spannung, Verschwörung, Sinnlichkeit, Intrigen, Erotik, Liebe. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich wunderbar unterhalten, an die Seiten gefesselt und in das historische Frankreich abgetaucht.

Die Geschichte spielt in Paris der 1780 Jahre und verwebt sich mit reellen Fakten um die Halsbandaffäre der Königin Marie Antoinette. Hauptprotagonisten sind Oliver Favre, ein attraktiver, impulsiver und begnadeter Fälscher und die aus reichem Hause stammende Viviane Pompinelle, die aufgrund ihrer (Feen)Abstammung ein besonderes Geschick fürs Stehlen hat. Jedoch wird eine Vielzahl von weiteren Charakteren – wie z.B. Vivianes Familie, Olivers Haushälterin – beschrieben und dem Leser lebendig und greifbar nahegebracht.

Zu Beginn des Buches hatte ich einige Schwierigkeiten mit den Namen – ihrer Anzahl und Namensgebung wegen. Dieses Verwechslungsproblem hat sich im Laufe des Buches jedoch weitgehend gelegt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Oliver und von Viviane geschildert, die sich zu Beginn noch nicht kennen. Später jedoch begegnen sie sich – beide unwissend darüber, wer der andere ist – in einem extravaganten Ambiente (einem Bordell), in das Vivianes Onkel Maurice sie mitgeschleift hat. Von da an kreuzen sich ihre Wege immer häufiger und jeder bleibt dem anderen im Gedächtnis – anfangs noch aus anderen Gründen, als denen liebevoller Zuneigung ;-)

Aus Verbitterung will Oliver sich an der Familie Pompinelle rächen, da diese für den Selbstmord seines Vaters verantwortlich sind. Hierzu versucht er z.B. die Familie durch Verführung der jüngeren Schwester von Viviane in Verruf zu bringen. Generell besticht die Geschichte mit einer Vielzahl von Intrigen, Lügen und Verrat, die einen als Leser sowohl kribbelig als auch regelrecht erzürnt stimmen. Gerne würde man dem ein oder anderen Charakter (z.B. Vivianes Schwester oder Mutter) mal gehörig eins über die Rübe ziehen oder ihn ordentlich mit dem Gesicht in Pferdemist tunken (Anspielung auf eine wirklich amüsante Szene von Oliver und Viviane ;-)). Doch da man nicht eingreifen kann, fiebert man mit seinen „Helden“ mit und ist gespannt, wie die Fäden am Ende zusammenlaufen, ob die Geheimnisse gelüftet werden, ob der Schwindel um die gefälschten Briefe der Königin auffliegt…

Nach einem unerwarteten Zusammenstoß im Zuge einer Diebesaktion um Beweismaterial, verlieren sowohl der Betrug als auch die Rachepläne an Bedeutung, da Oliver sich in Viviane verliebt – und sie sich in ihn. Darüber hinaus finden beide heraus, das sie noch etwas (Magisches) verbindet, das sie vorher nicht geahnt haben ….

Was ich angesichts des Klappentextes nicht erwartet hatte, war, dass doch ein beträchtliches Maß an körperlichem Nahkontakt – sprich erotischen Szenen – darin vorkommt. Mich persönlich hat es nicht gestört, es hat in die Geschichte und die Zeit gepasst und war außerdem sinnlich und ansprechend und nicht zu dick aufgetragen oder übertrieben beschrieben.

Der Schreibstil war wie erwartet „speziell“, und „edel“ – so wie die Sprache/der Ausdruck zur damaligen Zeit eben war. Dieser Charme hat mich besonders für das Buch begeistert. Die Vermischung von klarer und logischer Realität mit phantastischem Hintergrund fand ich wunderbar. Ein derartiges Buch hab ich vorher noch nie gelesen. Es enthält – wie zuvor schon gesagt – einfach von allem etwas und ist ein wahres Feuerwerk für den Leser.

Ich vergebe fünf Herzen!

Bewertung Bücher_5

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