Den ganzen gestrigen Tag, eine halbe Nachtschicht und den frühen Morgen habe ich nun mein Manuskript „Wenn Blau im Schwarz ertrinkt“ nochmals im Detail überarbeitet, Kommas ergänzt, Wortverdreher ausgemerzt, klangvollere Wörter eingefügt, Gefühle noch deutlicher beschrieben. Mein Word-Dokument hat ganze 77.462 Wörter, 479.707 Zeichen vorzuweisen. Nun bin ich fertig – würde ich jetzt mal so sagen.

Und jetzt? Hmmm, eigentlich wäre es jetzt so weit, dass ich die vollendete Fassung an meine Testleserinnen verschicke, doch mir geht ordentlich die Flatter muss ich gestehen. Die letzte Woche war ein wahres Wechselbad von Gefühlen. Es gibt Zeiten, da bin ich wirklich überzeugt von meiner Story, meinen Charakteren, vom Gesamtpaket. Und dann gibt es Zeiten, da kommt mir alles „Spanisch“ vor – oder besser: Ich habe das Gefühl, alles ist von vorne bist hinten Mist. Die Story ist nicht einfallsreich oder ausgefeilt genug; die Charaktere sind platt, schwammig und zu unbeständig; meine gewählte Erzählperspektive ist die falsche; mein Ausdruck ist zu platt, zu langweilig, zu, zu, zu …

In dieser Verfassung ist es nicht ratsam am Manuskript zu arbeiten, denn es besteht die Gefahr, das man jeden Satz verändert, das Gute verschwinden und Blödsinn aufkommen lässt. Hier kann man nur eines tun: sich zusammenreißen, tief durchatmen und einen Schritt zurücktreten, bis diese Phase wieder abebbt.

Jetzt gerade fühle ich mich super! Ich hab ein gutes Gefühl das Gesamtergebnis betreffend und bin froh, das nun alles rund und fertig ist (man kann nämlich tatsächlich einen Koller vom eigenen Werk kriegen – und wie!). Doch wie ich schon mal feststellen durfte (eine liebe Freundin hat vor einiger Zeit bereits einen kleinen Einblick erhalten), kann ich das eine meinen und etwas ganz anderes kommt beim Leser an, wird als anders empfunden, wird anders gesehen. Möglicherweise werden Autor und Leser ein Buch niemals gleich sehen können, denn als Verfasser gibt es schlicht so viele Ebenen, so viel Zeit, in der man sich in die Köpfe der Charaktere gedacht und hineingefühlt hat, so viel Hintergrundarbeit und Schattenarbeit, dass das wahrscheinlich einfach gar nicht möglich ist.

Aus diesem Grund bin ich nervös, wie nun letztlich alles beim Leser ankommt und empfunden wird. Doch da ein Feedback wichtig und bedeutsam ist, um über sich hinauszuwachsen, nochmals das Beste und mehr aus sich, den Charakteren und der Geschichte herauszukitzeln, freue ich mich sehr, das ich freiwillige und neugierige Testleserinnen habe, die sich auf mein Werk stürzen möchten.

So atme ich jetzt noch ein bisschen durch und dann verschicke ich die E-Mails.
Versprochen. Sie gehen heute noch raus :-)

 

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