Ich hatte euch eine prompte Rückmeldung versprochen, wenn die Sache mit meinem Fantasy-Roman in trockenen Tüchern ist. Nun, nach einer ca. einmonatigen Kommunikation mit einem Verlag, der Interesse daran hatte, wir bereits einige grundsätzliche Fragen geklärt und besprochen hatten, und mein vollständiges Manuskript an die Lektorin weitergeleitet worden war, gab es nun vorgestern einen unerwarteten Dämpfer: Mein Werk sei „wirklich solide geschrieben, da könne man nicht gegen sagen, aber leider würde sich dieser getragene Stil bei ihnen nicht verkaufen“ (…). In Gesamtsumme für mich: Mein Roman ist zwar gut, passt aber nicht ins Verlagsprogramm, weil er „anders“ ist und sich wohl nicht an ihre Zielleserschaft verkaufen lässt. Was ich nicht unbedingt so unterschreiben würde. Aber vielleicht bin ich gerade einfach etwas eingeschränkt, in meiner vernünftigen Wahrnehmung ;-).

Ich kann die Entscheidung des Verlags „nachvollziehen“, hege keinen Groll gegen ihn oder lese nie wieder ein Buch von ihm :-). Doch etwas angeknackst bin ich schon. Vor allem im Selbstbewusstsein – in Bezug auf mich und mein „Baby“. Und das wohl einfach um einiges mehr, als wenn ich von Anfang an eine Absage bekommen hätte. Ich habe wirklich damit gerechnet, dass alles funktioniert und war hin und weg.  Es war also erstmal ein ziemlicher Schock für mich, der wieder „alles auf Anfang“ gestellt hat.

Natürlich hab ich mir direkt eine Million von Fragen gestellt: Ist das ganze Buch mist? Schreibe ich Dinge, die keiner lesen will? Verkauft es sich nicht bzw. gibt es keine Leser, die es sich liebend gerne unter die Nase halten? Hab ich mich zu wenig an den „Regeln“ und „Grundsätzen“ orientiert, die in diesem Genre (oder grundsätzlich) zu beachten sind? Sollte ich etwas anderes schreiben? Ist das vielleicht nicht mein „Genre“? Sollte ich beim Sachbuch bleiben?

Ich habe alle Fragen auf den nächsten Tag verlegt und erst mal drüber geschlafen. Den Tag darauf sah schon alles nicht mehr „ganz so schlimm“ aus. Ich habe mich an meinen PC gesetzt und mir das Manuskript vorgeknöpft. Nach einer einmonatigen Pause sind wir uns zum ersten Mal wieder begegnet. Die habe ich mir nämlich brav – und in Erwartung, ein von der Lektorin rot übersätes Dokument zu erhalten – auferlegt. Zuvor hatte ich unaufhörlich daran gearbeitet und habe mit der Nase schon mehr als nur dicht an der Scheibe geklebt. Im Klartext: Ich konnte meine eigene Geschichte nicht mehr lesen, hab praktisch Heulanfälle bekommen, wenn ich nochmals ran musste und außerdem hab ich einfach nichts mehr „gesehen“. Keine Details. Keine Feinheiten. Keine Fehler oder Potenzial zur Verbesserung. Jetzt allerdings, habe ich einen neuen Freiraum gewonnen, der mich tiefer und näher an meine Geschichte und meine Charaktere herangehen und sie verstehen lässt. Auch Feinheiten im Satzbau, Klang und in der Wortwahl kann ich jetzt wieder umsetzen.


Resümee aus dem Ganzen

Klar, ich bin noch immer enttäuscht und traurig darüber, dass sich die Sache mit dem Verlag im Wind verlaufen hat. Doch das heißt nicht, dass ich mich davon entmutigen oder gar aufhalten lasse ;-) Zwar möchte ich am liebsten nur schreiben, schreiben, schreiben und nach einem fertigen Projekt direkt mit dem nächsten anfangen. Denn die Sache mit Formatierung, Organisation, Gestaltung, Marketing etc. kostet mich jedes Mal eine stattliche Menge Energie und Nerven. Das gehört einfach nicht zu meinen Kernkompetenzen und schlicht nicht zu den Dingen, die ich furchtbar gerne tue. Doch auch wenn ich jetzt einen Monat (vergebens) auf die Veröffentlichung in jenem Verlag gehofft habe und nun doch wieder selber ran muss, so hat mir der damit verbundene Abstand (den ich mir allein nie gegönnt hätte) etwas wirklich Wertvolles geschenkt: Ich kann mein Manuskript noch besser machen. Sowohl inhaltlich, grammatikalisch als auch im Gesamtpaket. Für diesen Gewinn bin ich wirklich dankbar. Ja, auch dem Verlag. Dem Verlag, der jedoch – meiner Ansicht nach – leider nicht genug Mut und Vertrauen hat, auch „andersartigen“ Dingen eine Chance zu geben, auch wenn sie nicht in bestimmte Raster passen oder sich anders ausdrücken.

Egal um welche Niederlage oder welchen Rückschlag es geht: Am Anfang bin ich meist ziemlich mitgenommen, aber dann versuche ich immer das Beste für mich mitzunehmen und das Beste daraus zu machen. In diesem Fall habe ich etwas darüber gelernt, wie ein Verlag „funktioniert“ und „denkt“ (ohne dass ich das jetzt positiv oder negativ bewerten möchte). Und ich habe die Probe auf Exempel machen dürfen: Wie weit lasse ich mich und meine Arbeit verbiegen? Ich mag meinen Roman. So, wie er ist. Natürlich. Sonst hätte ich ihn nicht so geschrieben. Sicher nehme ich Feedback und Kritik entgegen, und prüfe, inwieweit sie stimmt und wie ich sie umsetzen kann. Das ist mir sogar sehr wichtig: Ehrliches Feedback. Denn dass man den eigenen Roman irgendwann einfach „genau so und nicht anders sieht“, lässt sich nicht vermeiden. Man ist einfach auf eine bestimmte Version versteift und sieht die vielen anderen Möglichkeiten nicht mehr.

Doch im meine das im Großen: Ich habe meinen Roman genau so geschrieben, wie er sich für mich richtig angefühlt hat. Ich muss – und will – nicht alle drei Kapitel irgendwelche pompösen und leidenschaftlichen Liebesszenen einbauen, nur weil das so üblich wäre. Ich muss – und will – kein bestimmtes Klischee erfüllen, nur weil sich das verkauft. Wenn ich etwas schreibe, dann mache ich mir eigentlich keine Gedanken, ob es „wo hineinpasst“. Würde ich das tun, dann wäre es das ziemlich scheinheilig und vor allem unauthentisch, finde ich. Daher tue ich es nicht.

So … womöglich spricht  immer noch ein bisschen Zyniker und angekratztes Selbstwertgefühl aus mir ;-). Aber dennoch: Es ist gut – so, wie es ist. Ich will das positive an der Sache sehen: Das mit dem besseren Werk habe ich schon erwähnt. Was außerdem positiv ist: Ich kann alles allein entscheiden. Wie das Cover aussehen soll. Wie der Buchtitel lauten soll. Wann ich das Buch veröffentliche. Das mit der Veröffentlichung ist in der Tat ein enormer Pluspunkt. Ich nehme an, dass die Verlagsveröffentlichung min. in 6 Monaten stattgefunden hat. Da ich die Sache nun aber selbst in die Hand nehme, kann es noch diesen Monat passieren :-)


Veröffentlichung (ihr seid auch gefragt :-))

Ich mache nun einen letzten Rundum-Check, kümmere mich um ein wunderschönes Cover, weil ich Cover einfach liebe und beim Buchkauf selbst sehr darauf achte (ich habe schon jemandem im Auge, der diesen Job bestimmt toll erledigen wird), und ich muss mich noch zu 100% auf den Titel festlegen.

Und dann wird es meinen Roman erst mal als eBook zu kaufen geben. Die Taschenbuchausgabe ist auch fest geplant, wird aber wohl etwas später umgesetzt werden. Hier muss ich mir noch überlegen, wie und wo genau ich das angehe.

Ich werde mein Bestes tun, um auch die Jobs der Herausgeberin und der Promoterin gut zu erfüllen. Natürlich freue ich mich, wenn ihr mich dabei unterstützt. Wie? Zum Beispiel indem ihr Freuden und Bekannten erzählt, dass diesen Monat ein lesenswerter Fantasy-Roman aus dem Bereich Urban/Dark Romance mit emotionaler und dramatischer Lovestory, Intrigen, Mord, Magie, einer warmherzigen Hauptprotagonistin mit familiärem Geheimnis, einem innerlich wie äußerlich zerrissenen (sexy) Hauptprotagonisten und noch ein paar fiesen Nebencharakteren, die kein Gewissen haben und alles tun, um zu bekommen, was sie wollen, herauskommt :-).

Und ihr könnt mir bei noch etwas helfen: Ich schwanke noch etwas beim Buchtitel.

Vielleicht mögt ihr mir euren persönlichen Favoriten mitteilen:

1. Blau zu Schwarz (mein bisheriger Arbeitstitel)

2. Wenn Blau im Schwarz ertrinkt

3. Wenn Blau im Schwarz ertrinkt, das Blut des Bösen singt

4. Blau der Tag, Schwarz die Nacht

5. …

Weitere Vorschläge? Ich freu mich, wenn ihr welche habt.

Dabei könnt ihr euch natürlich gerne an meinem Klappentext (unter Schreibprojekte zu finden) orientieren, der sich vielleicht noch um ein bisschen mehr Text zum Inhalt ergänzen wird …

Ich freue mich wirklich ungemein auf die Veröffentlichung und darauf, wie mein Roman bei euch ankommt!! Wer fiebert mit mir zusammen dem Schritt in die Öffentlichkeit entgegen? Und wer möchte die Namen meiner beiden Hauptcharaktere erfahren? ;-)

Liebe Grüße,
Eure Sandra Andrea

PS: Wie es nach derzeitiger Formatierung aussieht, gibt meine Geschichte ca. 400 Taschenbuchseiten her : ))))))

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