1. Es zu schreiben, macht nicht wirklich Spaß – mir zumindest nicht. Warum? Weil ich eher zu der Sorte von Autoren gehöre, die sich nicht leicht und gerne kurzfassen. Demnach muss ich aufpassen aus dem Exposé keinen Mini-Roman bzw. eine Novelle zu machen, mich bei Kleinigkeiten aufzuhängen, die hier keinen Platz haben oder Unbedeutendes statt Bedeutsames in den Fokus zu stellen.

2. Niemand will es lesen – zumindest nicht diejenigen, die vorhaben den Roman mit Spannung und Neugierde zu lesen, weil diese nun mal beschnitten werden, wenn man bereits weiß, was die Storyline in Aussicht stellt und was einem am Ende erwartet. Ein Exposé lesen, wirklich lesen, wollen eigentlich nur diejenigen, die nicht davor zurückschrecken sich mit den einzelnen Puzzlestücken auseinanderzusetzen und in Erwägung ziehen, die übermittelte Geschichte zu verlegen.

3. Diese fiesen Fragen! „Wer würde den Roman lesen? Wer fühlt sich davon angesprochen? Wer ist die Zielgruppe/die angesprochene Altersgruppe?“ Menno … das kann ich doch nicht pauschal sagen o_O! Wenn ich nur das lesen/ansehen/kaufen und beachten würde, was für mich als Zielgruppe gedacht wäre, würde ich eine Menge besitzen, auf das ich eigentlich gar nicht aufmerksam geworden sein dürfte.


*
Haare rauf*
Exposé schreiben ist anstrengend.


Ich gestehe, um ein gutes Haar übrig zu lassen, es ist an und für sich nicht verkehrt, wenn man den Gesamtverlauf einmal herunterbricht, auf einen Blick sieht, was in der Story passiert und wie es sich auf den Punkt gebracht anhört (besonders wenn man nicht an einem fix festgelegten Plot entlang geschrieben hat). Dennoch fällt es mir schwer den Inhalt zusammenzupressen, einfach deshalb, weil mir so ziemlich ALLES wichtig erscheint – jede kleine Kleinigkeit, jedes Gefühl, jeder Blick, jede Tonnuance in der Stimme eines Charakters.

Exposés sind wie XXL-Werbetexte, gewissermaßen nichts anderes als Bewerbungsschreiben für (s)einen Roman, mit dem an (s)eine Geschichte an den Mann bringen, sprich „verkaufen“ will und sollte. Werbetexte sind verführerisch, lockend und anziehend (sollten sie zumindest sein). Ich kann nicht mit absoluter Bestimmtheit sagen, ob mein Exposé „zum Lesen verführt/verlockt“ und meinen Roman auf die beste Art und Weise verkauft, aber natürlich hoffe ich, dass es so ist. Bastle so lange herum, bis ich glaube das bestmögliche Bewerbungsschreiben verfasst zu haben, sodass das, was an Herzblut in meiner Geschichte liegt, auch in meinem Exposé wahrzunehmen ist.

Und trotzdem, ich bin mir sicher, dass ich lieber Bücher als Exposés verfasse, jetzt und auch in Zukunft. Das macht einfach viel mehr Spaß und ich kann mich so lang fassen, wie ich möchte – und muss ;-)

PS: Da hätte ich doch fast etwas vergessen: Die Leseprobe, in der Regel ca. 20 – 30 Seiten, sollte natürlich auch überzeugen, fehlerfrei und „auf den Punkt“ sein. Der Textauszug vermittelt ein Gefühl für die Geschichte und deren Charaktere, den Schreibstil des Autors, den Ton, der zwischen den Zeilen mitschwingt und durch die gewählte Perspektive und Zeitform entsteht. Er ist sozusagen das Appetithäppchen, das Lust auf mehr macht bzw. machen sollte :-)

Eure

Sandra Andrea Huber

 

 

 

 

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