Amortentia

Autor: David Pawn
Erscheinungsdatum: 1. August 2014
Seitenanzahl: 257 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing
Taschenbuch (ISBN: 978-1497578081): 9,89 €
E-Book: 3,99 €


KLAPPENTEXT:

Hat sich mancher Leser von Harry Potter nicht auch schon einmal gefragt, wo es in Deutschland Zauberer gibt, wo diese hierzulande ausgebildet werden, ob „Muggel“ eine politisch korrekte Bezeichnung ist und wie weit Zauberer gehen, wenn sie das Herz einer Frau bzw. ihren Schoß erobern wollen? Sophus Schlosser ist Fachzauberer für mechanische magische Objekte, vulgo Besenbinder, in Wernigerode. In seiner Freizeit braut er Liebestränke und nutzt deren Wirkung in diversen Bars weidlich aus. Dann läuft ihm Lyra Bascomb über den Weg, die mit ihren Eltern aus Schottland geflohen ist, als der Bürgerkrieg der Zaubererschaft ausbrach, weil der, dessen Name nicht genannt werden darf, an die Macht kam. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Wirkliche Liebe. Dennoch erliegt Sophus der Versuchung, auch Lyra mit einem Liebestrank gefügig zu machen – noch ahnt er nicht, dass er nicht nur keine Muggelfrau vor sich hat, sondern eine echte Muggelistin – eine Kämpferin für die Gleichberechtigung der nichtmagisch Begabten und eifrige Leserin der „Hermine“. Damit beginnen Sophus‘ Sorgen, denn am nächsten Morgen wird er verhaftet. Lesen Sie weiter, wie Sophus zu wahrer Liebe findet und für diese kämpft. Ein Buch das augenzwinkernd die Welt der Zauberer von einer neuen Seite zeigt.

„Diese Geschichte sei all denen eine Lehre, die noch immer zu Zaubertränken greifen, wenn sie uns erobern wollen.“ Aronia Grünberg in der aktuellen „Hermine“ „Boah, eye, geil.“ – Buchkritik der „Bild der Magie“

© David Pawn


PERSÖNLICHER EINDRUCK

In „Amortentia“ entführt der Autor Dawid Pawn in ein deutsch-magisches Universum mitsamt Auroren, Zaubertränken, Flohnetzwerk und Vielsafttrank. In den ersten Kapiteln etwas zu dicht dran an J.K. Rowlings Welt, entwickelt sich die Geschichte rund um Sophos, einen Besenbinder und „Verführer“ aus Wernigerode, immer mehr zu einer eigenständigen Story. Natürlich bleibt im gesamten Buch ein Bezug zu Rowlings Welt bestehen (was bewusst gewollt war, wie man dem Klappentext entnehmen kann), doch fokussiert man sich beim Lesen (bei mir ab Seite 60) mehr und mehr auf den Plot und die Charaktere des Autors, statt hier und da Parallelen und Vergleiche zur Potter-Welt zu ziehen. Er verbindet ethische Fragen mit einer

Sophos ist nicht unbedingt der sympathischste/netteste/vertrauenswürdigste Charakter. Wer Frauen mithilfe von Zaubertränken flachlegt (im wahrsten Sinne des Wortes), muss sich eben damit abfinden ;-). Allerdings durchläuft er im Laufe des Buches eine positive Entwicklung, angestoßen durch die Begegnung mit Lyra, einer autonomen Heilerin, die sich für die Rechte von Muggeln (insbesondere der Löschung von Erinnerungen) einsetzt. Als Retourkutsche dafür, dass Sophos sie mittels eines Tranks gefügig machen will, jagt sie ihm nicht nur die Auroren auf den Hals, sondern verpasst ihm auch einen „liebevollen Denkzettel“, der Sophos schließlich auf die Heiler Station bringt – natürlich auf die, in der Lyra arbeitet. Durch sie und eine Begegnung mit einer Muggel-Patientin beginnt er sich in die Lage seiner „Opfer“ zu versetzen und erkennt, dass es keineswegs die feine Art ist, was er tut – erst recht nicht, bei ahnungslosen Muggeln. Während Sophos Lyra bei ihrem Vormarsch für die Muggel unterstützt, weil er ihr nahe sein und ihr imponieren will (aber, wie erwähnt, auch erwachsener wird und über den Tellerrand blickt), wird Lyra über die Kapitel hinweg zugänglicher und offener ihm gegenüber. Dennoch hat Sophos es nicht leicht bei seiner Angebeteten, da Lyra eine grundsätzliche Abneigung/Skepsis Männern gegenüber hegt und nicht glaubt, dass Sophos sie wirklich liebt/lieben kann.

In den letzten Kapiteln konnte ich ein paar Handlungen von Sophos und Lyra nicht ganz nachvollziehen, auch, wenn sie erklärt wurden. Wendungen/Entwicklungen sind auf gewisse Weise absehbar, dennoch hat es der Autor zweimal geschafft, mich zu überraschen. Zum Ende hin lösen sich alle offenen Enden auf, es gibt kein klischeehaftes und erzwungenes Happy End (was nicht heißt, dass es überhaupt kein Happy End gibt ;-)) sondern einen runden Schluss, der Raum für eine Fortsetzung gibt.

FAZIT

Unterhaltsame Lektüre mit lockerem und flüssigem Schreibstil, andersartigen Protagonisten (Lyra ist mein Lieblingscharakter) und einem zauberhaften Deutschland, in dem die Magie quasi um die Ecke liegen und man einem Zauberer beim Spaziergang oder im Café begegnen kann.

Ich vergebe vier Herzen.

Bewertung Bücher_4

 

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