Es gibt Bücher, die ein ganz besonderes Gefühl hinterlassen, während des Lesens, und auch nachdem man sie beendet und „zugeschlagen“ hat. Weil sie uns in eine faszinierende Welt einspinnen und aus dem Alltag ausbrechen lassen, die Protagonisten unser Herz gewinnen (oder stehlen), wir die Musik und Magie in und zwischen den Zeilen hören und spüren können. Für mich ist »Gib mir deine Seele« von Jeanine Krock solch ein Buch. In Hinblick darauf konnte ich, als ich letzten Monat gefragt wurde, ob ich gerne an einer Blogtour teilnehmen möchte, gar nicht anders als ja zu sagen.

Wer sich nun fragt, warum es im November 2014 (also siebzehn Monate nach Erscheinen der Erstausgabe) eine Blogtour gibt, dem beantworte ich diese Frage natürlich gerne. Zum 10. November 2014 hat der Heyne Verlag eine Taschenbuchausgabe samt neuem Cover herausgebracht und das will – und soll – natürlich gefeiert werden.

Aus diesem Grund könnt ihr vom 24.11. bis 02.12. auf neun Blogs Informationen rund um die Story, Charaktere, Schauplätze und viele weitere Facetten der Geschichte verfolgen. Heute, am zweiten Tag, sind ich und mein Blog dran :-)

Blogtour_Gib mir deine Seele

Bereits beim Lesen hat mich interessiert, wie dieser Roman entstanden ist, welche Gedankengänge hinter ihm stecken, was ihn geformt hat. Da ich nicht glaube, dass ich mit meiner Neugierde allein bin und einige von euch sich die gleichen Fragen stellen, gibt es hier und heute Infos und Fakten zur Entstehung und Entwicklung von »Gib mir deine Seele« – natürlich exklusiv von der Autorin Jeanine Krock gelüftet.

1. Liebe Jeanine, kannst du dich daran erinnern, wann/wie/wo dir die Idee zu Paulines & Constantins Geschichte gekommen ist? War es eine Art Geistesblitz, hat sich die Idee erst nach und nach in deinem Kopf zusammengesetzt oder hast du dir gezielt Gedanken über einen Roman aus dem Fantasy-/Erotikbereich gemacht?

Die Geschichte von Pauline und Constantin habe ich schon seit vielen Jahren erzählen wollen. An den Stoff habe ich mich aber nie getraut, weil ich fürchtete, das dafür erforderliche Handwerk noch nicht zu beherrschen.

Auch wenn man manchmal den Eindruck gewinnen kann, die Aussicht auf Ruhm und Ehre triebe die Künstler an, so bin davon überzeugt, dass vielmehr ihre Lust, Neues zu kreieren, die Bilder in ihrem Inneren sichtbar werden zu lassen, sie gewissermaßen zu befreien, die stärkste Triebkraft ist. Eitelkeit, innere Zerrissenheit, aber auch das Vergnügen daran, anderen mit ihrer Arbeit Freude zu bereiten oder sie zum Nachdenken zu bringen, sind sicherlich auch nicht zu unterschätzen und ohne eine Entlohnung wäre so manches Kunstwerk auch nicht entstanden.

Wer nun aber seine Seele der Kunst verschreibt, weil er nicht anders kann, bewegt sich – in froher Gewissheit, das Richtige zu tun oder zweifelnd – mit verbundenen Augen am Rand des Vulkans, bis er schließlich hinabstürzt und in der Hitze seiner Leidenschaft verglüht. Während meiner Zeit am Theater habe ich diesen geheimnisvollen Zauber zum ersten Mal erlebt, dessen Wirken zuweilen an Besessenheit erinnert.

Die Wissenschaft betrachtet das Phänomen aus einem anderen Blickwinkel und hat Hinweise dafür entdeckt, dass Gene, die anfällig für Schizophrenie oder bipolare Störung machen, zugleich Kreativität begünstigen können. Nicht wenige Künstlerbiografien scheinen dies zu belegen. Denke wir nur einmal an Virginia Woolf, Schiller und sogar Wilhelm Busch, Caspar David Friedrich, Robert Schumann und Chopin.

All dies wollte ich mit leichter Hand erzählen, mit einem Hauch von Magie, einer großen Liebesgeschichte und mit dem erotischen Prickeln, das meine Leser*innen bereits aus anderen Romanen kennen. Kein Ort schien mir passender dafür zu sein, als die Oper.

2. Haben sich die Story und Hauptcharaktere parallel entwickelt oder war eines von beidem zuerst da und hat das andere bedingt? (Ich weiß, das ist ein bisschen wie die Henne-und-Ei-Frage ;-))

Das kann ich tatsächlich nicht so genau sagen. Ich wollte eine Geschichte erzählen und habe mir zuerst das Setting überlegt, mich also gefragt, wo sie spielen soll und vor welchem Hintergrund.

Die Oper musste es sein, weil dort alle Künste vertreten sind. Musik und Gesang, Schauspiel, Tanz, Malerei und vieles mehr. Nicht zuletzt gefiel mir die Idee, meine Geschichte vor ständig wechselnden Kulissen zu inszenieren. Danach brauchte ich »nur« noch die Darsteller zum Casting zu bitten und mir die besten auszusuchen.

3. Gibt es Nebencharaktere, die ursprünglich nicht geplant waren, sich aber irgendwie in die Geschichte eingeschlichen haben?

Falls ja, haben sie es sehr geschickt angestellt. Es gibt allerdings eine Figur, die mir so ans Herz gewachsen ist, dass sie sich sehr viel mehr Freiheiten erlauben konnte als vorgesehen war: Nicholas. Mit dem Ergebnis, dass nun auch viele Leser*innen mehr über ihn wissen wollen.

4. Welchen Zeitraum hat die „Arbeit vor dem Roman“ (Plot entwickeln, Charakteranalyse, Recherche, Exposé schreiben etc.) in Anspruch genommen?

Normalerweise entwickele ich einen Stoff über einen längeren Zeitraum und schreibe etwa ein halbes Jahr daran. Im Anschluss haben wir etwa zwei, drei Monate Zeit für Lektorat und Korrekturen, bevor der Text in die Produktion geht. Zwischen Manuskriptabgabe und dem Erscheinungstermin liegen sechs Monate.

»Gib mir deine Seele« war über Jahre gereift, gleichzeitig hatte ich einen engen Zeitplan und mir war von Anfang an klar, dass mich meine Muse bis an die Grenzen treiben würde. Doch ich hatte keine Ahnung, welchen Rausch das auslösen sollte. Am Ende bin ich beinahe umgekippt und ans Meer geflohen, um mich dort zu erholen. Es war eine unglaublich anstrengende, manchmal beängstigende aber auch eine ganz fabelhafte Zeit.

5. Hattest du während des Schreibens einmal (oder auch öfter ;-)) das Gefühl, dass du die Geschichte niemals so einfangen kannst, wie du möchtest/dass das Buch niemals fertig wird?

Selbstzweifel plagen mich bei kreativen Prozessen häufig und mit diesem Buch war es nicht anders. Es gab Augenblicke, da wollte ich alles hinschmeißen. An manchen Tagen habe ich mehr gelöscht als geschrieben und es gab viele Nächte, in denen ich immer wieder aufstand, um mich ans Laptop zu setzen, bis ich es schließlich gleich neben mein Bett stellte.

6. Nachdem die Geschichte ins Lektorat des Verlages gewandert ist: Hat sich sehr viel deiner ursprünglichen Version geändert – inhaltlich und in der Länge? Führten bestimmte Szenen zwischen dir und deiner Lektorin/deinem Lektor zu angeregten Diskussionen? Immerhin handelst du ja mit heißem Stoff ;-)

Da das Buch länger geworden war als geplant, rechnete ich fest damit, dass meine Lektorin irgendetwas herausnehmen würde. Das hatte sie zwar bis dahin noch nie gemacht, aber ich kannte die Horrorgeschichten anderer Kolleg*innen und dachte: Jetzt bist du fällig.

Sie hat es versucht, dann aber doch gelassen und darüber war ich heilfroh, denn dieses Streichen birgt auch immer die Gefahr, dass wichtige Informationen oder Hinweise für die Leser*innen verlorengehen. Schließlich schreibe ich nichts ohne Grund und wenn die Dramaturgie gelungen ist, habe ich am Ende ein filigranes Netz gewoben, in das ich ungern Löcher reißen lassen würde.

An bemerkenswerte inhaltliche Diskussionen kann ich mich nicht erinnern, vielleicht habe ich die aber auch verdrängt, wer weiß? Natürlich stellen Lektoren häufig Fragen, verstehen sich als Advocatus Diaboli, um abzuklopfen, ob wir Autoren auch wissen, was wir da schreiben, aber in erster Linie haben wir um Worte gerungen, ihren Platz in einer Satzkonstruktion diskutiert und gemeinsam an eleganteren Formulierungen gefeilt.

7. Gibt es Szenen/Kapitel, die dich besonders (heraus)gefordert haben oder dir ganz besonders am Herzen liegen? Wenn ja, inwiefern/warum?

Erotische Szenen zu schreiben empfinde ich stets als eine Herausforderung. In diesem Fall ganz besonders. In meinen Fantasy-Romanen gab es schon immer ein Machtgefälle zwischen den Hauptfiguren. Das ist leicht zu vermitteln, wenn sich eine junge sterbliche Frau beispielsweise in einen viele tausend Jahren alten gefallenen Engel verliebt.

In »Gib mir deine Seele« spielen Dominanz und Unterwerfung nun aber eine zentrale Rolle und wie der Titel schon andeutet, begegnen wir einer hochbegabten Künstlerin, die bereit ist, alles zu tun, um ihrer Kunst den erforderlichen Raum zu geben, gewissermaßen ihre Muse bei Laune zu halten.

Auf keinen Fall durften die beschriebenen Spielarten von BDSM mit häuslicher und sexueller Gewalt verwechselt werden, wie es in der Realität leider noch häufig geschieht. Es war mir wichtig zu zeigen, wie Pauline im Laufe der Zeit herausfindet, wer sie ist und was sie vom Leben und von der Liebe will, ihre neu entdeckten sexuellen Neigungen und Fantasien selbstbewusst ausleben zu können.

8. Wie kam es, dass die Taschenbuchausgabe erst siebzehn Monate nach dem offiziellen Erscheinungstermin veröffentlicht wurde und warum hat man (bzw. der Verlag) sich für ein neues Cover entschieden?

Eine preisgünstigere Taschenbuchausgabe zu veröffentlichen ist bei Büchern, die als Hardcover oder als Trade Paperback erschienen sind, nicht so selten. Der Zeitpunkt dafür wird nicht immer im Vorfeld festgelegt.

Der Heyne Verlag hat mit dieser Entscheidung – und mit dem neuen Cover – auf Wünsche der Leserinnen und Leser reagiert, die fanden, dass »Gib mir deine Seele« in ihrer Lieblingsbuchhandlung sehr viel besser in Gesellschaft allgemeiner Romane und erotischer Geschichten aufgehoben wäre, als zwischen Werwölfen, Orks und Zwergen. Dass der Verlag die Buchhändler nicht bitten konnte, die Bücher doch einfach umzustellen, hat organisatorische Gründe. Ich freue mich sehr darüber und finde es gut, dass damit auch das eBook preiswerter geworden ist.

9. Wenn du jemandem »Gib mir deine Seele« mit einem Satz (oder auch zweien) beschreiben solltest, die Kernessenz, das, was den Roman für dich ausmacht auf den Punkt bringen müsstet, was würdest du sagen?

So ein Elevator Pitch gehört für mich zu den schwierigsten Aufgaben beim Entwickeln eines Stoffes. Aber wie schon weiter oben erwähnt, gab es eine Grundidee und die kann ich so zusammenfassen: Die Quelle der Künstler gleicht einem brodelnden Geysir: Daraus zu trinken, kann dich dein Leben kosten.

Darüber hinaus geht es um die Macht der Liebe und um die Frage, ob man sich jemandem oder einer Idee hingeben kann, ohne sich dabei aufzugeben. Eine Menge Spaß ist natürlich auch dabei, schließlich sind unsere Tage auf dieser Welt gezählt und wäre es nicht eine Sünde sie ungenutzt verstreichen zu lassen?

Vielen Dank für das nette Gespräch und Deine anregenden Fragen.

Ich sage Danke, dass du uns einen Blick hinter die Kulisse von Paulines und Constantins Welt gewährt hast. ♡

 

Wie sehr mich »Gib mir deine Seele« letztendlich begeistert hat (falls das noch nicht ausreichend zur Geltung kam ;-)), könnt ihr hier, in meiner Rezension nachlesen.

 

GEWINNSPIEL

Gib mir deine Seele_
Am Ende der Blogtour wird ein signiertes Exemplar der Taschenbuchausgabe von »Gib mir deine Seele« verlost. Darüber hinaus besteht die Chance auf eine von drei signierten Postkarten.

Alles, was ihr tun müsst, um in den Lostopf zu hüpfen, ist, mir einen Kommentar mit der Antwort auf folgende Frage zu hinterlassen: Habt ihr bereits ein Buch/mehrere Bücher von Jeanine Krock gelesen? Wenn ja, welche(s)?


DAS KLEINGEDRUCKTE

  • Teilnahmeschluss ist am 7. Dezember um 23:59 Uhr.
  • Teilnehmen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist und einen Wohnsitz innerhalb Deutschland, der Schweiz und allen anderen EU-Ländern hat.
  • Ihr dürft bei mehreren Blog-Stationen einen Kommentar hinterlassen.
  • Für den Versand wird keine Haftung übernommen.
  • Der Rechtsweg sowie die Barauszahlung des Gewinns sind ausgeschlossen.
  • Alle Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet. Sie werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

ICH DRÜCKE EUCH DIE DAUMEN :-)


Alle Blog-Stationen auf einen Klick:

24.11.2014 – Schattenwege
25.11.2014 – Gefühlszeilen (hier & heute :-))
26.11.2014 – Blogtouren
27.11.2014 – Daisy and Books
28.11.2014 – CrossroadBooks
29.11.2014 – Laura’s Bookdiary
30.11.2014 – Die Rabenmutti
01.12.2014 – BookLady
02.12.2014 – Lifestyle Familie

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8 Kommentare zu „Blogtour: »Gib mir deine Seele« (Tag 2)

  1. Hallo,

    ich habe bis jetzt leider noch nichts von ihr gelesen. Einige ihrer Bücher stehen aber schon länger auf meiner Wunschliste. Vielleicht habe ich ja hier bei dem Gewinnspiel Glück und kann bald mein erstes Buch von Jeanine Krock lesen :)

    LG
    SaBine K.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo,

    zuerst einmal , du hast ein supertollen Blog , daß gefällt mir an den Blogtouren auch immer, daß man viel Neues entdeckt.

    Zweitens, das Interview ist spitze. So viele Neuigkeiten, die noch mehr Lust auf das Buch machen.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende.
    LG Sonja

    Gefällt 1 Person

  3. Huhu,
    nein, leider kenne ich die Bücher der Autorin bisher noch nicht, aber ich werde mich mal umsehen nach den Büchern.

    Nun hüpfe ich mit in den Lostopf, in der Hoffnung, dass ich das Buch dann bald lesen darf ;)

    Viele liebe Grüße
    Denise

    Gefällt 1 Person

  4. Huhu :)
    Ich hab bisher noch nichts von Jeanine Krock gelesen – allerdings liegen Feuerschwingen und Flügelschlag schon auf meinem Bücherstapel. Und ich hab jetzt schon wieder richtig „Bock“ auf die Bücher bekommen, nachdem ich das gelungene Interview gelesen hab.

    Liebe Grüße
    Jill
    reallyhappy(at)gmx.de

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