Nachdem ich fast zwei Wochen Schachmatt gesetzt war (böse, böse Erkältung), nehme ich wieder aktiv am Leben teil, bestaune und genieße all die Farben, Gerüche, Geschmäcker und Klänge. Ja, so theatralisch wie es klingt, war es auch ^^ Nachdem ich im letzten Jahr verschont blieb, habe ich es in diesem Jahr gleich zu Beginn abbekommen. Die Tage fühlten sich wie halbe und die Nächte wie ganze Ewigkeiten an. Unschöne Ewigkeiten, die sich nur mit Tee, Medizin (aus der Natur) und den Sex and the City und Pretty Little Liars-Staffeln füllen ließen. Spaß gemacht hat das Ganze dennoch nicht, weil nichts Spaß gemacht hat und ich auf nichts Lust hatte. Nicht auf Filme, nicht auf (Hör)Bücher, nicht auf Musik, nicht auf Essen, nicht aufs Schreiben, nicht auf meine Wohnung und nicht auf mein Bett – und dabei LIEBE ich mein Bett! Reden konnte ich auch nur bedingt, weil mein Husten generell ein großes Mitteilungsbedürfnis hatte und ein noch größeres, wenn Mama angerufen hat, um sich nach mir zu erkundigen. *Mütter sind die Besten*

Wenn man krank ist, wünscht man sich nur eines: gesund zu sein. All die kleinen Problemchen, Begehren und Ängste, die man üblicherweise mit sich trägt, sind mit einem Mal unwichtig – oder besser gesagt: man erkennt, dass sie unwichtig, aus der Luft gegriffen oder eine Täuschung sind. Krank sein ist Mist, aber es bringt einen Vorteil mit sich. Und zwar, dass der Blick/Fokus klarer wird, man ganz und gar bei sich selbst ist. Wenn man lediglich Kraft und Energie für das hat, was wichtig und nötig ist, fällt alles andere automatisch aus dem Raster. Die Achtsamkeit gehört dem Hier und Jetzt. Die Gedankenschleifen, die an normalen Tagen ihre Bahnen ziehen, halten inne. Die Überlegungen, was man machen könnte, damit dieses oder jenes funktioniert oder gar nicht erst eintrifft, haben keinen Treibstoff mehr und sind zum Stillstand gezwungen. Man beginnt die Dinge anders zu sehen. Erkennt, dass alles nur halb so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Dass man selbst der Koch ist.

Man sagt nicht umsonst, dass der Körper einfordert was er braucht, ebenso wie der Geist und die Seele ihre Bedürfnisse haben, die sie übergangsweise, aber nicht dauerhaft missen können. Psychosomatik schimpft sich die Lehre, die bereits 400 v. Chr. mit Hippokrates ihre Anfänge nahm (Viersäftelehre, Temperamentenlehre) und von Männern wie Carl Gustav Jung und Ernst Kretschmer weiterentwickelt wurde. Menschen sind ein vielfältiges und komplexes System, eine Einheit bestehend aus Körper, Geist und Seele. Benötigt ein Mensch eine Auszeit, soll etwas lernen oder erkennen, ist zu weit von seinem Weg abgekommen, soll einen Gang zurückschalten (…), dann kann und wird das System die Reißleine ziehen. Wie das im einzelnen Fall aussieht ist unterschiedlich. Keine Wirkung ohne Ursache, keine Ursache ohne Sinn – das ist allen gemein. Aber das System reagiert – auf alles. Gedanken. Taten. Wünsche. Ängste. Gesundheit ist die Summe der Balance von Körper, Geist und Seele. Fällt einer aus der Reihe, wackeln alle. Weil es dieses Team nur im Dreierpack gibt.

Ja, ohne Körper und klaren Kopf läuft nur schwerlich etwas, nicht der Gang in die Arbeit, das Sozialleben, „der normale Alltag“. Und ja, krank sein, in welcher Form auch immer, ist nach wie vor Mist, aber jeder Mist kann auch etwas Gutes beinhalten und Samen für etwas Neues bergen. Aus Mist erblühen Blumen. Gemüse. Obst. Warum nicht ein neuer Blickwinkel. Besinnung auf das, was wirklich zählt. Mehr Gelassenheit. Achtsamkeit. Freude. Innere Ruhe. Selbstfürsorge. Dankbarkeit.

Ganz nach dem Motto:
Schenkt das Leben dir Zitronen, mach Limonade draus.

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Oder anders:
Verordnet dir das Leben eine Zwangspause, nutze sie.

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