Autor: Kami Garcia
Erscheinungsdatum:
21. Juni 2017
Seitenanzahl: 416 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Taschenbuch (ISBN: 978-3473584833): 14,00 €
E-Book: 9,99 €


KLAPPENTEXT

Marco Leone: sexy, tätowiert und ein berüchtigter Bad Boy. Frankie Devereux: reiches Mädchen aus den Heights. Doch seit sie den Mord an ihrem Freund miterlebt hat, plagen sie schwere Schuldgefühle. Traumatisiert zieht sie zu ihrem Vater, einem Undercover-Cop im übelsten Viertel der Stadt. Dort trifft sie auf Marco – und gegen ihren Willen können die beiden nicht voneinander lassen. Doch Frankies Vater tut alles, um das zu verhindern, denn Marco fährt illegale Autorennen. Nur Frankie sieht hinter Marcos harte Schale. Aber ist sie bereit, für ihre Liebe alles zu riskieren?

© Ravensburger Verlag


COVER

Eyecatcher in herrlichen Farben mit Glitzerschrift – mehr gibt es nicht zu sagen :-)


ZUM INHALT

Eine dramareiche Lovestory verspricht dieses Buch zweifelsohne. Der Bonus: ein Bad Boy. Klischee hin oder her, Frau hat (sehr häufig) ein Faible für Bad Boys. Zumindest auf der fiktionalen Ebene. Vielleicht, weil es einfach großartig zu verfolgen ist, wenn ein harter Kerl – der Liebe wegen – Dinge tut, die er üblicherweise nicht tut.

Womit wir auch schon beim Thema sind: Marco Leone. Ist er tatsächlich so „bad“? Warum eigentlich? Und weshalb hat es ihm ausgerechnet Frankie Devereux angetan? Und kann sich jemand, der kürzlich seinen Freund verloren hat, überhaupt so schnell wieder in jemand anderen verlieben?

Aber von vorn.

Verlust ist eine einschneidende Erfahrung, die Normalität und durchdachtes Handeln kurzerhand außer Kraft setzen kann. Wie bei Frankie Devereux, die nach einem Fauxpas nicht nur bei ihrem Vater, sondern auch auf einer Schule landet, deren Schüler alles andere als reich oder „nice“ sind und bei der Autoschrauben auf dem Stundenplan steht. Genau hier trifft sie auf Marco Leone, der prompt ein Auge auf sie wirft. Zwischen den Flashbacks, die Frankie plagen, den Sozialstunden, die sie ableisten muss und den Dramen ihrer Freunde aus dem alten Leben, dringt sie nach und nach in die Welt der „Downs“ ein, wo Wettschulden so ernst genommen werden, wie ein Eheversprechen. Die Konsequenzen beim Bruch sind jedoch um einiges bitterer. Denn: In den „Downs“ geht es ums Überleben. Loyalitätsbrüche sind teuer bzw. schmerzhaft und elterliche Fürsorge ist spärlich gesät. Genau deshalb sollte man sich eine harte Schale und bestenfalls gute Fahrkünste zulegen. Als Tochter eines Cops, der einen Lover wie Marco Leone nicht gern sehen würde, keine leichte Position. Ärger und Action ist quasi vorprogrammiert. Und dann ist da natürlich immer noch die Suche nach dem Mörder von Frankies Ex-Freund …


CHARAKTERE

MARCO LEONE. Für mich gehört er leider zur Sorte Möchtegern-Bad-Boy. Schon zu Beginn hat die Autorin ihm Sätze in den Mund gelegt, die so gar nicht zu seinem Image passen. Bad Boys haben weiche Seiten und können sanfte Dinge sagen, aber das braucht Zeit und sollte zum Charakter passen, sodass es glaubwürdig ist. Ein Bad Boy, der Süßholz raspelt verfehlt diese Wirkung etwas. Aufgrund seines Auftretens sieht man, dass er nicht der nette Kerl von nebenan ist, aber vorrangig wird sein Ruf verwendet, um das Bad-Boy-Image zu untermauern. Tun statt andeuten, zeigen statt davon zu erzählen – das hätte ich mir in Bezug auf ihn etwas mehr gewünscht. Für mich war er eher der gute Typ, der die, die ihm am Herzen liegen, beschützt – nicht immer auf die klügste Weise. Dieser Charakterzug macht ihn jedoch sehr sympathisch und ist der eigentliche Grund, warum man sich in ihn vergucken kann.

„Alles okay, Angel?“ (Seite 49)

 

FRANKIE ist das reiche Mädchen, das viel verloren und durchgemacht hat. Sie ist am Boden und doch boxt sie sich durch, ohne zu jammern oder auf Rettung zu hoffen. Ihr Charakter ist erfrischend, weil gerade der weibliche Part oft als schwach, weinerlich (man füge beliebig viele Adjektive ein) dargestellt wird. In diesem Roman jedoch hat – für mich – Frankie die Hosen an. Sie ist der tragende Charakter der Geschichte, braucht keinen Retter, sondern setzt sich selbst für ihre Ziele und Freunde ein. Selbst ist die Frau – das gilt für Frankie als auch für die weiteren weiblichen Nebencharaktere. Das lob ich mir!

SETTING

Die „Downs“ sind ein hartes Pflaster. Die Jugendlichen haben mit Problemen unterschiedlichster Art zu kämpfen und dass Derartiges keine Fiktion, sondern Realität ist, weiß man. Ein bisschen zu gut gemeint hat die Autorin es meiner Meinung nach dennoch. Das Thema „schwere Vergangenheit/Lebensumstände“ schwebt schon dicht über allem. Andererseits braucht es ein hartes Pflaster, um kriminelle Dinge zu tun/aus dem Rahmen zu fallen. Möglicherweise hab ich mich auch einfach nur schwer getan, mich in diese Art von Lebensmilieu zu versetzen.


„Sind diese Rennen hier denn so eine große Sache?“

„Für viele Leute hier ist es die einzige Sache.“ (Seite 74)

 

SCHREIBSTIL

Kami Garcia kann schreiben. Und zwar verdammt gut. Flüssig, energisch, temporeich, fesselnd. Genau diese Eigenschaften braucht diese Geschichte, weil sie gleichsam tempo- und actionreich, dynamisch und mitreisend ist. Frankies Flashbacks sind überzeugend, als auch ein tolles Stilmittel, das die Story vorantreibt. Die Geschichte aus der Ich-Perspektive zu erzählen war gut gewählt, weil es Frankie noch präsenter und greifbarer macht. Und, wie bereits oben erwähnt, ist sie es, die die Geschichte trägt und auch dem Hauptprotagonisten neue Türen aufzeigt.

FAZIT

Schnelle Autos, starke Protagonistinnen, ein guter Kerl mit nicht ganz einwandfreiem Moralkompass, symphytische Nebencharaktere, ein Fast and the Furious/High-School-Flair – wer darauf steht, sollte sich diesen Roman unbedingt auf die Leseliste setzen.

Mich hat das Buch gut unterhalten, weil die Story dynamisch, abwechslungsreich und wirklich gut geschrieben war. Vier Herzchen gibt es, weil ich mir dennoch ein bisschen mehr Bad-Boy gewünscht hätte und die Funktionsweise von Autos mich wohl niemals fesseln wird ;-)

 

 

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